200er Brevet in Osterdorf 2012-03-31
"Liebe Freunde, ihr wisst ja gar net was die Leute alles verpassen, die heute daheim sind, anstatt mit uns den Brevet zu fahren", so begrüßte uns die gute Seele und Organisator Karl (mit seiner Frau Heidi) am frühen Morgen in Osterdorf bei Treuchtlingen. So Unrecht hatte er ja nicht. Etliche hatten Interesse an den 200er Brevet bekundet, gar Vorbereitung auf Langstreckenfahrten wie Trondheim - Oslo sollte es werden. Doch als die Wettervorhersage schlechter und schlechter wurden, um so dünner wurde unser Teilnehmerfeld (der Rostigen Kette und vom RC Herzogenaurach).
Immerhin war es trocken und der Wind war uns in der Hälfte gnädig, da er uns in den Rücken wehte. Insbesonders auf den Höhenzug wehte uns der Wind fort - mit rasanter Fahrt flogen wir die ersten Kilometer förmlich dahin.

Doch die Freude währte nicht lange, denn die Pannen-Hexe schlug unerbärmlich zu. Ein Plattfuß und dann noch mitten im offenen Gelände, wo man den Wind ungeschützt ausgeliefert war. Der erste Schlauch war schnell gewechselt, doch oh Schreck, der neue Schlauch hielt wieder keine Luft. Ziemlich genervt, schickte uns Ingo davon. Er wolle lieber in Ruhe sein Rad reparieren. (Später stellte sich heraus, dass ein Fertigungsfehler Schuld an der Panne war, denn beide defekten Schläuche waren am Ventil defekt). Nun war unsere Gruppe natürlich über alle Berge und wir befanden uns am Ende des Pelotons.

Meiner Meinung war dies sogar für uns förderlich, da wir nun als Gruppe prächtig funktionierten. Maxime machte ordenltich Windschatten und Manfred navigierte unser Trio fehlerfrei durch den Brevet. Nach und nach überholten wir die ein oder andere Gruppe, doch unsere ursprüngliche Gruppe war für uns unerreichbar.

Karl's Route war mal wieder prächtig. Schöne kleine Anstiege wie zur Burg Kipfenberg und herrliche Abfahrten, wo man das Rad auf breiter Straße bedenkenlos rollen lassen konnte.

Nur nach 80 km war Schluss mit den schönen Rückenwind. Von nun ab mussten wir (oder vielmehr Maxime) kräftig arbeiten. Immerhin hatte er sich bei der 2. Kontrollstelle mit 2 ganzen Baguettes gestärkt. Maxime fühlte sich wie daheim in Flandern, wo er diesen harten Gegenwind gewohnt ist. Nur hin und wieder brauchte Maxime eine kurze Erholugnspause und wir wechselten uns in der Führungsarbeit ab.

Zu guter letzt fing es auf den letzten 30 km noch an zu regnen. Nur verstand ich Karls Begrüßung - wer verzichtet schon gerne auf Kälte (9° C), Gegenwind und Regen. Nach gut 9 Stunden erreichten wir erschöpft aber glücklich unser Ziel in Osterdorf, wo es eine heiße Suppe zum Aufwärmen gab.

Ich bin schon jetzt gespannt, wie es mir auf den 300er Brevet ergeht.

Ciao, a presto
Roland

* * *