Paris - Brest - Paris 2007

Samstag, 18.08.2007: Wir fahren von Troismonts/Normandie, wo wir eine Woche Ferien in einem typischen französischen Ferienhäuschen („gîte rural") verbracht haben, nach Coignières bei Paris zu unserem Hotel. Ab Gambais auf der PBP-Strecke, sehen wir die ersten Teilnehmer bei der Streckenerkundung. Wir haben ziemliche Schwierigkeiten, das Hotel (eine Schuhschachtel nach dem Muster von „Etape" usw.) zu finden, einige Male düsen wir auf der N 10 auf und ab...
Nach dem Einchecken holen wir Lorenz und Steffen in Plaisir ab, wo der Bus aus Regensburg (in der dortigen Schuhschachtel) ankommt.
Das Wetter ist so la-la, aber trocken. Noch sind wir überzeugt, dass die ständig wiederholten Ankündigungen einer generellen Wetterbesserung in den Regionalzeitungen, die wir uns fast täglich besorgt haben, stimmen. Abends fahren wir vier nach einigen kleineren Umwegen in ein nahe gelegenes italienisches Restaurant zum Essen.
Im Hotel zurück, lachen wir noch über unser konfektioniertes Winz-Zimmerchen, das durch die beiden Räder noch ein bisschen kleiner geworden ist und machen ein paar Fotos.

Sonntag, 19.08.: Nach einem gemütlichen Frühstück, bei dem wir Steve, einen der wenigen Teilnehmer aus Neuseeland kennenlernen, machen wir vier uns mit den Rädern auf den Weg nach Guyancourt zur Fahrradkontrolle. Unterwegs treffen wir Uli und Lothar, die schon auf dem Rückweg sind und ratschen ein bisschen am Straßenrand. Im «Gymnase des Droits de`l Homme » ist einiges los, überall Räder und Randonneure aus aller Herren Länder, die Stimmung ist einfach toll. Ich treffe Emily und Jake mit ihren Fixies und Stig Lundgaard aus Dänemark, mit dem mich viele Erinnerungen aus BMB 2006 verbinden

Kaum wollen wir die Halle verlassen, bricht auch schon ein gewaltiger Regenschauer los und wir flüchten wieder nach drinnen. Zweifel an der so guten Wetterprognose kommen auf. Vorerst konzentrieren wir uns aber auf das Essensangebot vor Ort und sitzen zusammen mit Stefan Pittelkow bei Grillwürstchen draußen unter einer regendichten Plane. Dort erfahren wir auch, dass die Fahrradkontrolle (wegen des Wetters) auf den Starttermin - für uns Montag Abend um 21.30 Uhr - verschoben wurde.

Es wird wieder trocken und wir radeln nach dem gemeinsamen Fototermin der ARA zurück in unser jetzt schon wohlvertrautes Hotel und essen nochmal beim ebenfalls schon vertrauten Italiener.

Montag, 20.08.: Wir versuchen, lang zu schlafen, was uns aber nicht gelingt. Stattdessen stürzen wir uns in einen ziemlich nervösen und ruhelosen Tag. Zunächst gehts mit dem Auto nach Guyancourt, wo wir in einem der riesigen Supermärkte rumziehen und Teile für Lorenz` Beleuchtung einkaufen sowie Brot, Wurst und Käse als Proviant zum Mitnehmen. Wir treffen dort Heidi und Karl, der uns auch schon ziemlich nervös scheint, ebenfalls bei der Proviant-Tour. Nach weiteren Fußmärschen auf der Suche nach einem passablen Esslokal (obwohl wir noch keinen richtigen Hunger haben) fahren wir erstmal wieder zurück ins Hotel, um uns auszuruhen. Das sieht dann so aus, dass wir ununterbrochen nervös in unseren Packtaschen herumkramen und Rahmennummern „optimal" an unseren Rädern befestigen. Die anderen beiden basteln derweil im Nebenzimmer an Lorenz` Vorderscheinwerfer herum. Schließlich halten wir es alle nicht mehr aus und rollen reichlich früh zum Start, um uns dann wegen der ohnehin noch langen Wartezeit in die Riesenschlange vor dem Abendessen-Saal einzureihen, wo wir uns die bereits etwas müden Beine in den Bauch stehen. Immerhin ist das nach einstündigem Anstehen servierte Essen recht gut. Dann gehts zum Start auf die 400m-Bahn des „Gymnase", wo bereits Tausende in ihren Regenjacken und Leuchtwesten warten.
Ein beeindruckendes Bild.

Es ist schon fast dunkel und es beginnt zu regnen. Macht nichts, wir haben ja eh schon die Regenjacken und Überschuhe an. Endlich, endlich, nach einer weiteren Stunde Herumstehen passieren wir die Startkontrolle und dürfen in das abgesperrte Startareal auf der Straße. Noch ein paar Minuten, dann geht ein Feuerwerk in den Regenhimmel los und wir fahren, nach halb elf ist es mittlerweile. Zuerst langsam und vorsichtig zwischen all den aufgeregten Mitstreitern, jeder immer bemüht, den anderen nicht aus den Augen zu verlieren. Vorsichtshalber haben wir einen Treffpunkt 50 km nach dem Start in dem Ort Faverolles an der Kirche vereinbart. Über regennasse, enge und kurvige Vorortstraßen geht es, die gefährlichen, kopfsteingepflasterten Fahrbahnteiler werden glücklicherweise von Motorradpolizisten fähnchenwinkend angezeigt, wie im Fernsehen bei der

Tour de France. Mittlerweile hat der Regen wieder aufgehört und unsere Anspannung lässt etwas nach, als wir endlich aus den Vororten und den Verkehrsinseln heraus sind. In der großen Masse unserer Startgruppe rollen wir fast gemütlich durch die Nacht und freuen uns immer wieder an den Einheimischen, die in den Ortschaften in kleinen Gruppen am Straßenrand stehen und uns mit „Bon Courage, bonne Route" anfeuern.

Dienstag, 21.08.: Unser erstes Ziel ist die Verpflegungsstelle nach 140 km in Mortagne au Perche, gelegen in den südöstlichen Ausläufern der Normandie. Die erste „echte" Streckenkontrolle ist erst nach 222 km in Villaines-la-Juhel in der Mayenne. Etwa 20 km vor Mortagne wird die Straße sehr hügelig, gleichzeitig fängt es wieder an zu regnen. Es ist jetzt halb vier Uhr morgens und wir sind schon etwas müde. Als wir den letzten Hügel hoch nach Mortagne nehmen, wird der Regen stärker und wir sind froh, als wir in der dortigen „salle polyvalente" ankommen und uns Kaffee und Sandwiches kaufen können. Mitten unter den müden, regennassen Gestalten entdecken wir Karl und Claudia Brenner, der das schlechte Wetter ziemlich zusetzt. Nach unserem Marschplan müssen wir vor fünf Uhr weiter und so ziehen wir unsere neu erworbenen Regenhosen an und zwingen uns wieder hinaus in den heftigen Schauer, wo uns der erste Härtetest bevorsteht: es ist dunkel, es ist kalt, es gießt in Strömen und wir sind müde. Steffen leidet unter seiner Brille, die so nass und beschlagen ist, dass er fast nichts mehr sieht. Lorenz sieht so aus, als würde er sich nicht zum ersten Mal fragen, warum er sich das alles antut. Gertraud und ich sind auch schon ganz still. Endlich kommt die Morgendämmerung und der Regen lässt nach.

Nebelschwaden steigen aus der grünen Weidelandschaft. Um dreiviertel zehn rollen wir in Villaines ein, der ganze Ort ist auf Paris-Brest eingestimmt mit Fahnen und Fähnchen und einer komplett für die Teilnehmer abgesperrten Straße, auf der sich Fahrradständer reihen. Wir treffen Karl Weimann in seiner Regenkluft, der schon wieder im Aufbruch ist. Lachend rufen wir uns zu: „Scheiß Wetter !". Leider verlieren wir schon an dieser ersten Kontrolle - wie an allen weiteren - viel Zeit mit Herumsuchen und Herumlaufen zwischen der eigentlichen Kontrollstelle und den verschiedenen Verpflegungsangeboten, die meistens in separaten Gebäuden untergebracht sind. So verpassen wir schon mal die von Karl so gelobte heiße Suppe.

Das zweite Teilstück, die 88 km nach Fougères hinein in die Bretagne habe ich in recht guter Erinnerung. Der Aufbruch von Villaines ist trocken, die Temperaturen werden wieder angenehm. Es rollt ganz gut dahin. Mit uns fährt jetzt noch Ingo, der uns erklärt hat, dass er abbrechen will, weil ihm der Schaltzug gerissen ist und sein Knie Probleme macht. Wir überreden ihn zunächst, mit unserer Gruppe weiter zu fahren, doch schon nach wenigen Kilometern schmerzt sein Knie so sehr, dass er sich an jeder
Steiugung zurückfallen lassen muss. Wir begegnen dem Berliner Hans, dem ältesten deutschen Teilnehmer, der uns mit seiner guten Laune einige Zeit begleitet und mir von seiner Roloff-Nabe vorschwärmt. Und wir stoßen auf Mitfahrer, die schon einen sehr übermüdeten Eindruck machen: ein Liegeradler, der ganz schief auf seinem Gerät sitzt und solche Schlangenlinien fährt, dass wir ihn schleunigst hinter uns lassen. Steffen beschließt, es langsamer angehen zu lassen, weil er von der ersten Nacht, die für ihn wegen seiner Sichtprobleme besonders anstrengend war, noch mitgenommen ist. Er lässt sich zurückfallen und wir fahren zu dritt weiter.
Fougères (km 310) ist ein größerer und betriebsamer Ort im bretonischen Département Ille-et-Villaine. Nach einer längeren Passage durch die Straßen der Innenstadt erreichen wir die Kontrollstelle, in der wir uns eine gute warme Mahlzeit mit Kartoffelbrei und Soße gönnen. Noch sind wir einigermaßen in unserem Zeitplan, trotz des schlechten Wetters. Und die nächste Etappe nach Tinteniac ist mit nur 54 km die kürzeste. Allerdings haben wir auch in der Kontrolle in Fougères wieder zu viel wenig erholsame Zeit beim Hin- und Herlaufen zwischen den verschiedenen Gebäuden des großen Sportgeländes gelassen, auf die die Stempelstelle und das Verpflegungsangebot - nochmals unterteilt nach warmer und kalter Verpflegung - aufgeteilt sind. Es ist daher auch kein Wunder, dass uns Steffen auf dem folgenden Teilstück wieder einholt, dem es jetzt wieder besser geht. Wir freuen uns, dass wir wieder zusammen fahren können. Allerdings sind wir jetzt doch deutlich hinter unserem Zeitplan, nach dem wir die Kontrolle in Tinténiac um 19:00 wieder verlassen sollten. Ich drängle daher etwas und wir diskutieren bei einem Zwischenstopp, ob wir zusammenbleiben oder getrennt weiterfahren sollen. Steffen meint, er wird den Rest der Tour „hammerhart durchziehen", was ich in Anbetracht unseres reichlich müden Zustands nicht ganz ernst nehme. Schließlich erreichen wir alle zusammen um 19:15 Uhr Tinténiac (km 364,5). Nach den Gerüchten über eine totale Überfüllung der Schlafplätze in Loudéac überlegen wir hin und her, ob wir schon hier, im vollkommen leeren Schlafsaal, ein oder zwei Stunden schlafen sollen. Aber die Zeit sitzt uns im Nacken und so müde, um nicht mehr weiterfahren zu können, fühlen wir uns nun auch wieder nicht. Also gehen wir die nächsten 85 km nach Loudéac an, irgendeine Schlafmöglichkeit wird sich dort schon finden....
Die Abendstimmung ist freundlich, bei trockenen Straßen rollen wir auf den schon von weitem sichtbaren, malerisch auf einem Hügel gelegenen Ort Bécherel zu. Kaum wird es dunkel, bricht allerdings die große Müdigkeit über mich herein. Wir fahren dauernd durch kleine Wäldchen und ich sehne mich danach, mich einfach zwischen den Bäumen ins Gras legen zu dürfen. Nachdem es seit einiger Zeit wieder regnet und ohnehin der Boden vom vorangegangenen Regen nass und aufgeweicht ist, kann ich diesen Plan vergessen. Nur mit Mühe halte ich mich wach und nur der wieder stärker werdende Regen hält mich davon ab, mich einfach irgendwo an den Straßenrand zu legen. Zum Glück findet sich eine nette Familie mit heißem Kaffee aus der Thermoskanne und Keksen neben der Straße, so dass wir Loudéac (km 449,5) mit Hilfe dieser letzten Stärkung am
Mittwoch, den 22.08. um 0:37 Uhr im strömenden Regen erreichen. Schon als ich beim Einfahren in den Hof der Kontrollstelle die Massen der dort an den Gittern abgestellten oder auf dem Asphalt liegend verteilten Fahrräder sehe, muss ich an Emily`s Warnung vor dem Start denken: „Loudéac will be a Zoo !"

An den ersehnten Schlafplatz ist nicht zu denken. Die durchnässten, todmüden Gestalten stehen bis vor das Gebäude der Turnhalle für eine Matratze an und die ebenfalls übermüdeten Helfer drinnen sind mit der Vergabe der Plätze und scheinbar auch mit ihrem eigenen, auf einer großen Schiefertafel geführten „Belegungs- und Weckplan" überfordert. In der herrschenden Wirrnis der zwischen Kontrolle, Schlafhalle und Essensausgabe Herumirrenden verlieren wir beide Lorenz und Steffen. In der überfüllten Kantine liegen die Fahrer unter den Tischen und fast an jedem freien Fleck des Fußbodens schlafen in Metallfolien gewickelte Gestalten, so dass mir spontan Maxim Gorkis Stück „Nachtasyl" einfällt.

Schließlich sind wir schon froh, dass wir in diesem Chaos noch zwei Stühle an einem Tisch finden. Sofort fallen wir mit dem Kopf zwischen den Armen auf der Tischplatte in einen unruhigen Schlaf. In den Wachphasen bekomme ich bruchstückhaft mit, dass Erich aus unserer Mannschaft vom letzten „Flèche Allemagne" am gleichen Tisch schläft und dass ein auf dem Boden neben meinem Stuhl Liegender ärztlich versorgt wird. Als es ihm wieder etwas besser geht, unterhalten wir uns kurz, er ist Engländer und noch sehr jung. Er war wohl dehydriert und bekam Schüttelfrost und Schwindel. Jetzt möchte er weiterfahren. Nachdem wir in unserer Zwangshaltung vorne übergebeugt auf dem Tisch auf Dauer eh keine Erholung finden, beschließen Gertraud und ich, ebenfalls aufzubrechen. Bestärkt darin werden wir von Frank Herbrig, der auch im Aufbruch ist und uns aus seiner langen Randonneur-Erfahrung berichtet, dass ein Schlaf in dieser „Zwangshaltung" zwar für kurze Zeit die Müdigkeit aus dem Kopf vertreibt, der Körper sich dabei aber kaum erholt. Also hoffen wir darauf, uns nach weiteren 74 Kilometern in Carhaix endlich ausstrecken zu können und hängen uns erst mal an das rot leuchtende Rücklicht von Franks Rad.
Erstaunlich ist, dass wir bei den ganzen widrigen Umständen kein einziges Mal ernsthaft ans Aufgeben denken. Später erfahren wir, dass allein in Loudéac über 600 Fahrer abgebrochen haben.

Mittlerweile ist es fast fünf Uhr morgens und unsere zweite Nacht auf dem Rad geht dem Ende zu. Unseren ursprünglichen Zeitplan, der auf eine Endzeit von unter 85 Stunden berechnet war, haben wir abgehakt. Der Streckenabschnitt nach Loudéac ist zunächst sehr hügelig und vor allem bei Gertraud macht sich der fehlende Schlaf bemerkbar. Wir lassen Frank ziehen. Die Geheimkontrolle in Corlay passieren wir um sechs Uhr. Das dort aufgebaute Überdach, unter dem sich einige zum Schlafen ausgestreckt haben verlockt uns wegen der morgendlichen Kühle nicht wirklich zum Ausruhen. Wenigstens regnet es nicht mehr und mit dem Tageslicht werden wir auch etwas munterer. Wir radeln auf hübschen kleinen Straßen fast allein durch die hügelige Weidelandschaft, die von hohen Hecken unterteilt ist. Dann treffen wir wieder einen Bekannten, Jochen Hofer, der uns einholt. Wir unterhalten uns ein paar Kilometer und machen uns gegenseitig Mut, unsere Laune ist wieder gut und die Schrecknisse der Loudéac-Nacht sind vergessen. In Carhaix (km 525,5) angekommen, sind wir erst mal froh, dass sich zunehmend blauer Himmel zeigt und die Kontrollstelle auch nicht überfüllt ist. Wir stempeln um 8:30 Uhr und laufen zur fast leeren Schlafhalle, die leider mehr als hundert Meter weit weg ist, lassen uns Matratzen zuweisen und legen uns nach 34 Stunden das erste Mal hin. Ich bin sofort weg und verbringe eineinhalb Stunden im Tiefschlaf. Gertraud kann nicht schlafen, weil sie so kalte (und natürlich nasse) Füße hat

und außerdem dauernd irgend ein anderer schnarcht, ich eingeschlossen. Als ich geweckt werde und sie mir hiervon berichtet, mache ich mir ernsthaft Sorgen. Es stehen uns 89 lange und hügelige Kilometer nach Brest bevor und ich weiß nicht, wie sie die ohne jeden Schlaf schaffen kann. Wir machen uns abfahrbereit, als wir wieder auf Karl und Claudia stoßen, die uns gleich erklären, dass sie noch bis Brest fahren und dann abbrechen wollen.
Vor allem Claudia sieht sehr müde aus mit tiefen Ringen unter den Augen. Den beiden ging es ähnlich wie uns, sie konnten in Loudéac keine Ruhe finden, waren aber noch später dran als wir und hatten bisher noch gar nicht geruht oder geschlafen. Wir sagen ihnen, dass wir auf jeden Fall versuchen wollen durchzukommen und verabschieden uns.

Der folgende Streckenabschnitt ist eigentlich der schönste bisher. Die Straße steigt durch Laubwälder stetig leicht an, es geht vorbei an einem See und dann hinein in die weite Heidelandschaft des Roc Trévezel. Teilweise scheint die Sonne und die Temperaturen sind endlich angenehm zum Fahren. Gertraud fährt großartig, ich kann es kaum glauben bei dem Schlafmangel, der ihr in den Knochen steckt. Oben am Roc Trévezel angekommen beflügelt uns die Vorstellung, dass es bis Brest fast nur bergab geht und wir genießen die tolle Aussicht. Nach einer ersten Abfahrt machen wir in Sizun, einem schönen typisch bretonischen Ort, Mittagspause. Im Vorgarten der uralten Abteikirche mit ihren bemoosten Granitmauern legen wir uns hin und Gertraud kann wenigstens ein paar Minuten dösen, während ich unsere Trinkflaschen auffülle und in einer Bäckerei den köstlichsten Butterkuchen entdecke, den man sich als Langstreckenradler vorstellen kann: den bretonischen „kuign aman". Das Zeug scheint mit seiner speziellen Mischung aus Zucker, Fett und Teig eigens für Paris-Brest-Fahrer erfunden worden zu sein, es schmeckt einfach großartig und verleiht uns neuen Schwung. Ohne große Probleme finden wir uns schließlich auf der berühmten Brücke über die Bucht von Brest, dem Wahrzeichen von Paris-Brest-Paris, wieder, wo wir einen Foto-Stopp einlegen. Wir sind unwahrscheinlich glücklich, es bis zum Wendepunkt unserer Strecke geschafft zu haben und das sieht man unserem Bild auch an.

Teil 2