Auf dem Weg nach Mazague
Auffahrt zum Col du Pointu
Col du Pointu mit Blick auf Mont Ventoux
Erfrischung muß sein!
Ardeche-Brücke bei Saint Martin d'Ardèche
Blick auf Saint Martin d'Ardèche und die Ardeche
Links schlängelt sich die Straße hoch
Irgendwie kommt man immer rauf

Le 1000 de Sud

Bericht: Jörg Kurzke

Norbert hatte die Idee, geht mal auf die Seite von Sophie Matter und schaut Euch den Bericht
zum Le 1000 du Sud Brevet an.
Gesagt, getan nur verstehen konnte man des Französischen vollkommen unmächtig gar nichts.
Schon die Navigation auf der Blogseite war eine Herausforderung, aber dann erschienen die
Bilder und da gibt's nur eins: Da müssen wir hin, das wird ein perfekter Saisonabschluss,
sieht man einmal von der sehr langen Anreise (über 1.000 km) ab!

Start war in Le Garde, ein Vorort von Toulon in dem es ein leichtes war ein preiswertes Hotel
zu finden. Leider wurde unsere Vorfreude auf ein französisches Vorabendstart Menü
enttäuscht, fanden wir in Le Gard doch nur einen Chinesen, ansonsten „Tote Hose". Aber das
Essen war doch passabel und der Wein mundete nach über 10 stündiger Autofahrt vorzüglich.
Start war am Samstag, 11. September um 7:00. In der Sportanlage Guy Mouquet. In einem
engen Raum empfingen uns drei leicht angegraute Herren vom Radclub Le Triple Plateau und
registrierten uns. Als Überraschung überreichte Sophie Matter für jeden Teilnehmer ein TShirt
mit dem Le 1000 du Sud Logo

Zwischen 30 und 40 Teilnehmer hatten sich angemeldet und pünktlich um 7:00 Uhr ging es
los von Le Garde etwas verwinkelt über Le Grau zur D12, und von da aus bei wenig Verkehr
Richtung Norden, stets leicht ansteigend. Es war zwar noch etwas kühl, aber die Sonne schien
schon mal los und das sollte auch so die ganze Tour über anhalten.
Schöne Landschaft, kalkige Felsen ließen uns rasch vorankommen.

Nach 130 km, mittlerweile war es schon schön warm, aber nicht zu heiß geworden erreichten

wir den ersten „offiziellen" Col , den Col du Pointu. Oben angekommen bot sich schon der
erste phantastische Ausblick auf den Mont Ventoux, der in ziemlicher Ferne schneeweiß alles
überragte.

Abfahrt vom Col du Pointu hoch über dem Rhonetal

Hob das schon die Stimmung erheblich, erwartete uns kurz darauf ein atemberaubender Blick
man schien hoch oben auf einem Balkon zu fahren und hatte die ganze Rhoneebene um
Avignon vor den Füßen liegen.
Nach der schönen Abfahrt, ging's dann erstmal wieder bergauf zur ersten Kontrolle nach
Murs (km 150). Vor dieser Kontrolle hatten wir den größten „Bammel". Zum Verständnis
muss man nämlich wissen, dass es bei 1000 Le Sud keine offiziellen Kontrollstellen gibt,
sondern nur die Orte angegeben sind, wo man sich den Kontrollstempel holen soll. Zu Murs
gab es den Hinweis, dass der Ort wohl recht überschaubar wäre und es eventuell schwierig
werden könnte eine Stempelstelle zu finden. Aber zur Not reiche auch ein Foto mit Ortsschild
zur Dokumentation.
Welche Überraschung als wir oben im Ort angekommen zuerst einen kleinen
Lebensmittelladen sahen. Als der Besitzer die Kontrollkarten sah, wusste er sofort Bescheid
was zu tun war. Gekühltes Bier und frisch gestrichene, schmackhafte Baguettes mit Schinken
und Käse gaben schon einen Vorgeschmack, wie Gott sich in Frankreich fühlen muss.
Leider hatte Norbert nicht seinen besten Tag erwischt. Trotz der Wärme trank er bis Murs nur
eine Flasche, was gar nicht seine Gewohnheit war und musste sich nach Murs hinauf richtig
plagen. Er entschied dann das Brevet abzubrechen und ruhig zurück nach Le Garde zu radeln.
Im Nachhinein lautete die Diagnose wohl „Überhitzung", was wohl noch mehreren
Teilnehmern widerfuhr. Trotzdem schade, war doch Norbert der uns erst auf diesen Brevet
aufmerksam gemacht hatte.
Von Murs ging es noch ein kleines Stück bergauf bis zum gleichnamigen Col und von da mit
schönen Rückenwind abwärts und ohne große Schwierigkeiten (natürlich) auf traumhaften
Straßen zum nächsten Kontrollpunkt in Vaison la Romaine, ein traumhafter Ort. Der zu einer
Villa gehörende Swimmingpool lud eigentlich zu einem kühlen Bad ein, aber die
Kontrollstelle rief. Im Ort war die Suche nach einem Stempel kein Problem. In einem
Restaurant, das noch gar nicht geöffnet hatte, wusste man sofort was zu tun war, und das
Größte war, dass der Wirt uns spontan zwei Bier ausgab! Was will man mehr

Leider hatte Norbert nicht seinen besten Tag erwischt. Trotz der Wärme trank er bis Murs nur
eine Flasche, was gar nicht seine Gewohnheit war und musste sich nach Murs hinauf richtig
plagen. Er entschied dann das Brevet abzubrechen und ruhig zurück nach Le Garde zu radeln.
Im Nachhinein lautete die Diagnose wohl „Überhitzung", was wohl noch mehreren
Teilnehmern widerfuhr. Trotzdem schade, war doch Norbert der uns
erst auf diesen Brevet aufmerksam gemacht hatte.
Von Murs ging es noch ein kleines Stück bergauf bis zum gleichnamigen Col und von da mit
schönen Rückenwind abwärts und ohne große Schwierigkeiten (natürlich) auf traumhaften
Straßen zum nächsten Kontrollpunkt in Vaison la Romaine, ein traumhafter Ort. Der zu einer
Villa gehörende Swimmingpool lud eigentlich zu einem kühlen Bad ein, aber die
Kontrollstelle rief. Im Ort war die Suche nach einem Stempel kein Problem. In einem
Restaurant, das noch gar nicht geöffnet hatte, wusste man sofort was zu tun war, und das
Größte war, dass der Wirt uns spontan zwei Bier ausgab! Was will man mehr?

Kontrolle in Vaison mit Freibier!

Weiter ging's Richtung Rhone. Mittlerweile spürten wir doch mehr und mehr die Kraft der
Sonne. Aber in der Provence gibt es fast in jedem Ort einen Brunnen, deren Kühlung wir dann
doch gerne in Anspruch nahmen.
Nach 250 km war dann die Rhone erreicht und wir rollten Richtung Saint Martin d'Ardèche,
wo das nächste Highlight, die „Gorges du Ardeche" beginnt.

Schon in dem sehr touristischen Ort beginnt die Straße sich entlang der Ardeche-Schlucht
entlang zu schlängeln. Und hier erwischte es mich. Von einer Pedalumdrehung auf die
nächste war plötzlich sämtliche Kraft aus den Beinen verschwunden. Verzweifelt versuchte
ich auf kleinere Gänge zu wechseln, musste aber zu meinem Leidwesen erkennen, weiter
runterschalten geht gar nicht mehr. Kurz darauf ein erstes, zunächst leichtes Zucken im
rechten Oberschenkel, das sich dann zu einem schönen Krampf ausweitete. Hilft alles nichts,
muss man raustreten. Gesagt getan, Krampf lässt nach, aber nur um vom rechten in den linken
Oberschenkel zu wandern. Diese Wanderkrämpfe begleiteten mich von nun an bis spät in die
Nacht. Aber die Krämpfe und die weichen Beine hatten auch einen immensen Vorteil, konnte
man doch bei geringster Geschwindigkeit diese einmalige Gegend der Ardeche-Schlucht
genießen und auf andere Gedanken kommen.

Nach schier endlosen Kilometern bergauf, die sich wie Osterdorfer 18%er anfühlten, aber
doch nie steiler als 8% waren, war der höchste Punkt erreicht, wo Michael wahrscheinlich
schon vor Langeweile ein Nickerchen gehalten hatte.
Die Abfahrt ging dann auch nicht schneller, da nun die Krämpfe nicht mehr von links nach
rechts wanderten, sondern in beiden Beinen einfach stecken blieben. Zum Glück! Sonst wären
wir bestimmt an dem Ardeche-Durchbruch vorbeigebraust.

Wär' man ein Fluß und hätte mehr Zeit, würde man alle Berge
einfach durchgraben anstatt sich drüber zu quälen

Um ca. 19:00 Uhr erreichten wir die nächste Kontrollstelle Vallon Pont d'Arc, wo wir
eigentlich Abendessen wollten, aber dazu war es noch etwas zu früh und außerdem sehr
überlaufen, so dass wir nach Auffüllen der Radflaschen und kurzer Rast weiterfuhren.
Bei Saint Maurice de Ardeche kehrten wir dann in eine Pizzeria ein, kräftigten uns mit Bier
und Salat. Machten uns dann für die erste Nacht fertig. Ein kurzer Blick auf den Streckenplan
ließ nichts Gutes erwarten, standen doch auf den folgenden 50 Kilometern bis zur nächsten
Kontrolle nicht weniger als drei Cols auf dem Streckenplan. Zum Glück war mit Einbruch der
Dunkelheit wieder Kraft in meine Beine vorgedrungen und die Krämpfe ließen zusehends
nach.

Überraschenderweise entpuppten sich dann die drei Cols als ein einziger langer Anstieg von
ca. 15 km, aber wie meistens bei diesem Brevet mit moderaten Steigungsprozenten.
Zügig ging es dann vom Col de l'Escrinet bergab wieder Richtung Rhone und kurz vor
Mitternacht erreichten wir La Voulte sur Rhone. Auch dort hatten wir Glück, in einer Bar war
man noch am Aufräumen, so dass wir noch unsere Kontrollkarte abstempeln konnten und uns
eine Cola genehmigen konnten.
Wir hatten nun vor noch bis Die zu radeln, um dort eine kurze Schlafpause einzulegen.
Gesagt getan und immer leicht bergan mit etwas Gegenwind kamen wir gegen 2:00 Uhr in
Die an. Die Schlafplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger und so nahmen wir mit einem
Hausdurchgang vorlieb. Nach etwas weniger als einer Stunde ging es dann weiter hinauf zum
Col de Grimone. Bei tageslicht muss dies auch eine wunderschöne Straße sein, aber die
mondlose Nacht ließ deren Schönheit nur erahnen. Einsam schlängelte sich die Straße stets
nach oben und wollte gar nicht aufhören. Als Osterdorfer Brevetfahrer, der eigentlich nur
Anstiege mit Steigungen oberhalb 15% kennt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass auch
Niederprozenter es in sich haben, sie müssen nur lang genug sein.

MEHR...

Aber irgendwann war auch der Grimone Geschichte und bei einsetzender Morgendämmerung
ging's zunächst zügig bergab und die Aussicht vom Col du Banchet lud dann erstmal wieder
zu einer kurzen Rast ein